Pforzheimer Zeitung vom 03.04.2017


Deutscher Naturheilbund weiht Geschäftsstelle im Schloss Bauschlott ein

Neulingen-Bauschlott. „Wir sind hier unheimlich glücklich und haben allen Grund zu feiern“; sagte eine strahlende Sabine Neff am Samstag im ehemaligen Marstall des Schlosses Bauschlott. Mit vielen Gästen weihte der Deutsche Naturheilbund (DNB) in seiner neuen Heimat die Bundesgeschäftsstelle des Verbands ein, Früher hatte sich der Verband, der für die Naturheilkunde eintritt und bundesweit rund 50 regionale Naturheilvereine betreut, sein Domizil mit dem Pforzheimer Naturheilverein geteilt.

Nach einem Streit 2015 geht man organisatorisch getrennte Wege – und seit dem Umzug des Bundesverbands ins Schloss Bauschlott ist das auch räumlich der Fall. Der Verein hat seinen Sitz weiter an der Christophallee in Pforzheim.Wasser spiele eine zentrale Rolle in der Lehre des Begründers der Naturheilkunde im 19. Jahrhundert, Vinzenz Prießnitz. Daran erinnerte auch Chirurg Professor Ulrich Holz für die Gastgeberfamilie im Schloss. Umso besser passe der Naturheilbund in ein Gebäude, das seine Ursprünge als Wasserschloss gehabt habe. Das heutige klassizistische Schmuckkästchen allerdings hat mit dem Vorgängerbau nur noch den Standort gemein. Bauschlotts Schloss ist ein Werk des berühmten badischen Baumeisters Friedrich Weinbrenner. Einen „wunderschönen, magischen Ort“ nannte Renata Frančáková aus dem tschechischen Lázně Jeseník das Schloss. Sie war nach Bauschlott mit einer Delegation aus dem Kurort gekommen, an dem Prießnitz seine Kaltwasserkuren entwickelt hatte.An diese Wurzeln der Naturheilkunde erinnerte auch der Präsident des DNB, Alois Sauer. Prießnitz und seine Anhänger hätten Gesundheit als einen Einklang von Wasser, Licht, Luft, Bewegung und Ernährung verstanden. An diese „Beziehung zur Ursprünglichkeit“ knüpfe man bis heute an. Als Aufgaben des Verbands nannte Sauer, das Verbreiten aktiver Vorsorge in der Bevölkerung und das Abgrenzen von Modeerscheinungen, die man nicht mit der eigenen „wissenschaftlich begleiteten Naturmedizin“ verwechseln dürfe.Beim Tag der offenen Tür im Schloss bekamen Besucher Einblicke in den Stellenwert der Naturheilkunde und auch in zahlreiche Angebote, die Künstler und Therapeuten machen, die ebenfalls im Schloss ansässig sind. Es sei viel Leben dort eingekehrt, lobte Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt am Rande der Einweihung. Er war ebenso unter den Gästen wie Bundestagsabgeordneter CDU-Gunther Krichbaum und FDP-Landtagsabgeordneter Erik Schweickert.

Auf die Räume für die Geschäftsstelle und für Seminare sei der DNB durch das Café Frohköstlich aufmerksam geworden, das Astrid Drotleff und Lisa Lehnert-Austermühle seit zwei Jahren dort betreiben, sagt Sabine Neff. Die Café-Betreiberinnen stellten den Besuchern ihre veganen Produkte vor. Für Musik am Klavier sorgte der österreichische „Piano-Doktor“ Joe Meixner.
Autor: Alexander Heilemann

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03.04.2017